Biographie

Ein paar eigene Worte

„Manchmal ist es nur eine Songzeile, ein Satz oder ein Wort, die den Impuls liefern für eine Kette von Assoziationen und Bilderfindungen. Neben dem Zufall ist für die Auswahl der Bildmotive die eigene Biographie zuständig, ein „weites Feld“ mit einigen, ziemlich tief eingegrabenen Eckpfosten.

 

Leitlinien bei der Gestaltung sind für mich das Verbinden von konkreten und abstrakten Bildelementen zu einer mehrschichtigen Bildaussage, die unbekanntes Gelände außerhalb von Normen und Gewohnheiten sucht und offen ist für ein intuitives Verständnis, aber auch als Vermittlung von Erkenntnissen dienen kann.“

 

Wolfgang Stratmann

Stationen im Überblick

1968/1969

Studium Bühnenbild an der Kunstakademie Stuttgart

1969-1971

Regieassistent am Deutschen Theater Göttingen

Studium Kunstgeschichte/Germanistik, Politik

1971-1975

Politisches Theater in Tübingen

Staatsexamen Germanistik, Politik

1976-1978

Referendariat in NRW, 2. Staatsexamen

(Germanistik, Sozialwissenschaften, Kunst)

1978-1981

Lehrer z.A. Städtisches Gymnasium Löhne

1981/1982

Studienaufenthalt am Instituto Allende (Mexiko)

(Internationales Kulturzentrum)

1982-1990

Kunstlehrer Sek I und Sek II am Ratsgymnasium Minden

1990-2012

Kunstlehrer an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Detmold

2003/2004

Sabbatjahr:

Comic-Projekte in Erlangen (Comicseminar und -festival)

Druckgrafik-Projekte in der Werkstatt Toon Wegener, Orvelte (NL)

Comicfestival Luzern: Kurs Politische Karikatur (Kursleiter: Willem)

seit 1978

Teilnahme & Organisation zahlreicher Fortbildungskurse des BDK Ostwestfalen

seit 1996

Fortbildungskurse in Hamburg, Trier, Neuss, Paderborn bei folgenden Kursleitern:

Comic: Feuchtenberger, Munoz, Ulf K., Rif

Illustration: Januszewski

Radierung: Welski, Hempel, Hokamp

Siebdruck: Kerkhofs, Rüppel, Brenner

seit 2014

Mitglied der Ateliergemeinschaft @19

Das sagt der Kunstverein Paderborn

Ganz lebendig geht es in der Arbeit des gelernten Bühnenbildners, studierten Kunsthistorikers und inzwischen pensionierten Lehrers Wolfgang Stratmann zu. 

 

In verschiedenen Drucktechniken bringt er bildreiche Motivsammlungen collagengleich zu Papier, probiert immer neue Verfahren und Kompositionen aus und schafft so Bildreihen, die es auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten genauestens zu untersuchen lohnt. Hoch- und Tiefdruck, Radierung, Holzschnitt, Klischee oder Siebdruck – jedes Verfahren hat seinen besonderen Charakter, seine individuelle Ästhetik und eine jeweils spezielle Eignung für bestimmte Zwecke in Kunst und Medienindustrie, wovon Wolfgang Stratmann kompetent und interessant zu erzählen weiß. 

 

Doch auch seine Arbeiten erzählen – meist kleinteilig und immer spannend komponiert – fast wie Bildergeschichten oder Comics von dem, was ihren Schöpfer besonders interessiert: von Schiffen und Eisenbahnen, die sich durch die Bilder bewegen, von Musik, die – wie die Beatles-Songs „Strawberry fields“ oder „Yellow submarine“ etwa – die Darstellungen inspiriert. Und immer wieder werden die Kompositionen nochmals überdacht, werden Details verändert, weggenommen, hinzugefügt und ein weiterer Druck angefertigt – in der gleichen Technik oder doch noch einmal in einer anderen. 

 

Wolfgang Stratmann ist ein Forscher, ein Freund des Experimentes und der Entwicklung. Doch arbeitet er nicht auf das eine Ziel zu, sondern sieht jeden einzelnen Zustand als ein wichtiges und für sich eigenständiges Ergebnis, ein vollendetes Werk.

 

Dr. Alexandra Sucrow (Vorsitzende des Kunstvereins Paderborn)

 Rede zur Eröffnung der Ateliergemeinschaft @19 am 06.12.2014